Am 30. April, dem Tag der gewaltfreien Erziehung, erinnert der Kinderschutzbund jährlich daran, dass der Schutz von Kindern vor Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Unter dem Motto #zusammenleben laden der Kinderschutzbund Bremen, die GEWOBA und Sportgarten e.V. zu einer Mitmachaktion im Überseepark ein. Wir wollen ins Gespräch über ein gewaltfreies Zusammenleben für alle und insbesondere Kinder und Jugendliche kommen.
Bremen, 21.04.2026
In der Frage „Wie wollen wir miteinander leben?“ steckt auch das Ziel, gewaltfreies Zusammenleben zu organisieren. In der Diskussion wird oft die Perspektive von Kindern und Jugendlichen vergessen. Sei es im öffentlichen Raum, in Institutionen oder in der Familie: Die von Deutschland ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention garantiert Kindern ihr Recht auf Förderung, auf Beteiligung und Schutz in allen Bereichen ihres Lebens. Dazu gehört auch das Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt.
Gewalt in jeglicher Form, sei es physisch oder psychisch, hinterlässt langfristige Spuren und kann die Entwicklung und das Leben eines Kindes stark beeinträchtigen. Seit über 25 Jahren ist körperliche und seelische Gewalt gegen Kinder in Deutschland durch den Paragrafen §1631 Abs. 2 BGB ausdrücklich verboten. Und doch erleben viele Kinder und Jugendliche auch heute Gewalt in der eigenen Familie und darüber hinaus. Am Tag der gewaltfreien Erziehung erinnert der Kinderschutzbund jährlich daran, dass der Schutz von Kindern vor Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Vor diesem Hintergrund stellen sich GEWOBA, Kinderschutzbund Bremen und Sportgarten Bremen die Frage: „Wie wollen wir zusammenleben?“. Als größte Vermieterin Bremens trägt die GEWOBA gesellschaftliche Verantwortung, die über das Wohnen hinaus geht. „Sei es Gewalt im eigenen Zuhause oder im Stadtraum – Gewalt gegen Kinder geht uns alle an!“ betont Annegret Philipp, Diversity-Managerin der GEWOBA.
Eltern, pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und die Gesellschaft insgesamt tragen gemeinsam Verantwortung für ein gewaltfreies Aufwachsen. „Durch positive Erziehungsmethoden, Unterstützung und gewaltfreie Konfliktlösungen können wir dazu beitragen, dass Kinder in einer liebevollen und respektvollen Umgebung aufwachsen“, sagt Iris von Engeln, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Bremen.
„Als pädagogische Fachkräfte in der offenen Kinder- und Jugendarbeit begegnen uns Berichte über innerfamiliäre Konflikte regelmäßig. Offene Angebote und langfristige Vertrauensverhältnisse sind für Kinder und Jugendliche wichtige Anknüpfpunkte und ein essenzieller Bestandteil unserer Arbeit“, so Tim Stölting, Mitarbeiter im Sportgarten und Organisator des Projekts „Überseestadt“.
Wie hoch die Akzeptanz für Gewalt allgemein in der Gesellschaft ist, hat Auswirkungen auf die Akzeptanz von Gewalt in Familien. Kinder normalisieren schnell die Verhältnisse, in denen sie groß werden. Es ist die Aufgabe aller Erwachsener ihnen zu spiegeln und vorzuleben, das Gewalt niemals normal ist und sie ein Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen haben“ so Yann Fingerhut, Mitarbeiter des Jugend- und Kinderrechtebüros im Kinderschutzbund Bremen.
Um gemeinsam ins Gespräch über ein gewaltfreies Zusammenleben zu kommen, laden der Kinderschutzbund Bremen und die GEWOBA zu einer Mitmachaktion von 15 – 18 Uhr im Überseepark ein. Dort gibt es Eltern-Kind-Aktionen, kreative Angebote und Spielmöglichkeiten für Groß und Klein sowie Raum für Austausch. Getränke und Kuchen und ein Glücksrad mit tollen Gewinnen sind besondere Highlights. Zusätzlich wird uns an diesem Tag auch Unterstützung durch das Team von Lichtgrenze e.V. zur Verfügung stehen.
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