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28.04.2017

Kinderschutzbund Bremen fordert Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen

Kategorie: Pressemitteilungen

30. April ist Tag der gewaltfreien Erziehung

Bremen. Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bremen e.V. fordert anlässlich des Tages der gewaltfreien Erziehung am 30. April, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Um ihren Interessen in Gesellschaft, Politik und Institutionen gerecht zu werden, ist eine Verankerung von Kinderrechten in das Grundgesetz notwendig.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“, so heißt es seit dem Jahr 2000 im Paragraph 1631, Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches. „Das Gesetz hat vor allem das Bewusstsein für ein gesundes Aufwachsen von Kindern ohne Gewalt geschärft“, betont Kathrin Moosdorf, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Bremen. „Die Weiterentwicklung gesetzlicher Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und den Ausbau von Beratungsleistungen und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen durch die Politik sind wichtig, reichen im Sinne umfassender Kinderrechte jedoch nicht aus. Notwendig ist eine Änderung des verfassungsrechtlichen Rahmens.“

Während die Bremer Landesverfassung in Artikel 25 Rechte von Kindern benennt, werden sie im Grundgesetz nicht explizit erwähnt. Eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz würde dazu führen, dass alle bestehenden Gesetze auf den Prüfstand kämen. Gewalt gegen Kinder, Kinderarmut und mangelhafte Beteiligung von Mädchen und Jungen bekommt dann eine andere Aufmerksamkeit. Kinderrechte im Grundgesetz werden zur Handlungsgrundlage für politisch Verantwortliche auf kommunaler sowie auf Landes- und Bundesebene.

Heute erleben noch viel zu viele Kinder körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt in der Familie, in Einrichtungen und in ihrem sozialen Umfeld. Mediale Gewalt in Form von Cybermobbing ist weiter im Anstieg. Es gilt, Gewalt in allen seinen Formen wahrzunehmen und mit Gewalt verbundene Ausgrenzung zu benennen. Der Kinderschutzbund tritt dafür ein, die Ursachen von Gewalt zu bekämpfen und ausreichende Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt gegen Kinder einzurichten.

Seit 2004 ruft der Deutsche Kinderschutzbund daher zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Neben der Erinnerung an die gesellschaftliche Verantwortung werden Kinderrechte in der Familie thematisiert und Eltern darin unterstützen, ihre Erziehungskompetenz zu stärken.

Der Kinderschutzbund Bremen bietet für Eltern regelmäßig den Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“ an. In zweistündigen Kurseinheiten werden über mehrere Wochen Wege der Konfliktlösung aufgezeigt, Hilfen angeboten, den Familienalltag zu entlasten, Raum zum Austausch mit anderen Eltern geboten und so das Selbstbewusstsein von Müttern, Vätern und Kindern gestärkt.

Aktuell angelaufen ist ein Kurs speziell für Eltern mit Kindern in der Pubertät. Es sind noch freie Plätze vorhanden. Nach den Sommerferien folgt ein Kurs für Eltern mit jüngeren Kindern ab dem Kindergartenalter. Die Elternkurse sind seit dem Jahr 2000 fester Bestandteil des Angebotes im Kinderschutzbund Bremen. Nähere Informationen zum Kursangebot sind unter www.dksb-bremen.de/angebote/elternkurse zu finden.