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29.04.2018

Gewaltfreie Erziehung wirkt

Kategorie: Pressemitteilungen, Startseiten-News

Tag der gewaltfreien Erziehung sensibilisiert für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April fordert der Kinderschutzbund Bremen, dass Kinder in Deutschland gewaltfrei aufwachsen. Hoffnung machen Zahlen, die belegen, dass die Gewalt unter Jugendlichen auch dank des Gesetzes zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung deutlich zurückgegangen ist. Inzwischen haben 53 Länder Körperstrafen in der Erziehung untersagt.

 

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ So steht es seit 2000 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Dafür haben Organisationen wie der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) lange gekämpft. Dass dieser Einsatz Früchte trägt, zeigt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Demnach ist die Jugendkriminalität in Deutschland von 2007 bis 2015 um die Hälfte zurückgegangen. Als Ursache nennen die Forscher ausdrücklich auch den Rückgang von Gewalt in den Familien, einen positiven elterlichen Erziehungsstil und stärkere emotionale Zuwendung. Trotzdem erleben immer noch viel zu viele Kinder körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt, in der Familie, im sozialen Umfeld und in Einrichtungen. Vor allem bei der psychischen Gewalt, zum Beispiel durch Beschimpfungen und Beleidigungen - etwa wenn Kindern als dick, hässlich oder dumm bezeichnet werden - lässt sich laut der Studie kein signifikanter Rückgang feststellen.

 

„Dass Gewalt in der Erziehung verboten wurde, damit ist schon einiges erreicht, und das gesellschaftliche Bewusstsein hat sich auch geändert. Aber der Weg in die gewaltfreie Gesellschaft ist noch lang“, erklärt Kathrin Moosdorf, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Bremen. „Noch immer denken viele Eltern, ein Klaps oder eine Ohrfeige würden keinen großen Schaden anrichten. Das ist aber falsch. Und viele Kinder müssen noch weit Schlimmeres erdulden.“ Gewalterfahrungen, soziale Isolation, Drohungen und Abwertungen haben weitreichende Konsequenzen – für das Leben der Kinder und für die Gesellschaft.

 

Der Kinderschutzbund hat daher schon frühzeitig präventive Angebote entwickelt, zum Beispiel Projekte im Bereich der Frühen Hilfen. In dem erfolgreichen Elternbildungskonzept Starke Eltern – Starke Kinder® werden Eltern Wege aufgezeigt, wie Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können. Außerdem können sich in Bremen Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte Beratung und Unterstützung im Kinderschutz-Zentrum holen, wenn es zu Problemen und Gewalt kommt. Der Deutsche Kinderschutzbund ruft seit 2004 am 30.4. dazu auf, das Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen und daran zu erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt.

 

Weitere Informationen zu aktuellen Unterstützungs- und Präventionsangeboten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte in Bremen erhalten Sie unter www.dksb-bremen.de In Bremerhaven erreichen Sie den Kinderschutzbund unter www.kinderschutzbund-bremerhaven.de