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27.04.2016

Kinderschutzbund Bremen fordert gewaltfreies Aufwachsen für alle Kinder

Kategorie: Pressemitteilungen

30. April ist Tag der gewaltfreien Erziehung

Bremen. Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bremen e.V.  fordert zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April ein gewaltfreies Aufwachsen für alle Kinder, sowohl innerhalb der Familie als auch in allen Institutionen.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“ – so steht es seit 2000 im Paragraph 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Auch die Bremer Verfassung garantiert in Artikel 25 die Kinderrechte. Diese Artikel beschränken sich dabei nicht auf Eltern, sondern schließen jegliche Personen ein, die ein Kind pflegen, erziehen und beaufsichtigen. „Damit ist festgelegt, dass eine gewaltfreie Erziehung auch im institutionellen Rahmen gewährleistet werden muss“, betont Kathrin Moosdorf, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Bremen.

Auch angesichts der aktuellen Situation von Menschen nach der Flucht fordert der Kinderschutzbund Bremen ein gewaltfreies Aufwachsen für alle Kinder, insbesondere in Institutionen wie Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften. „Das gesamte Ankommens- und Aufnahmeverfahren in Deutschland ist immer noch auf Erwachsene ausgerichtet“, kritisiert Moosdorf. Der Kinderschutzbund fordert die Politik deshalb auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gewalt im institutionellen Kontext verhindert. Gerade in Gemeinschaftsunterkünften müssen alle Beteiligten für das Thema Gewalt sensibilisiert werden. Zudem könnten eigene Freizeitbereiche für Kinder und Jugendliche dazu beitragen, dass Traumatisierung, Unsicherheiten und Ängste abgebaut werden.

„Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Unterbringung in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte nur eine kurzfristige Lösung sein darf. Was wir brauchen ist eine schnelle und unbürokratische dezentrale Unterbringung für alle, um Kindern und Jugendlichen die nötige Privatsphäre zu sichern und für eine schnelle Integration in ein kindgerechtes Umfeld zu sorgen“, so Kathrin Moosdorf vom Kinderschutzbund Bremen.

Bereits seit dem Jahr 2000 bietet der Kinderschutzbund Bremen den Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“ für eine gewaltfreie Erziehung an. Eltern werden dadurch in ihrem Erziehungsalltag unterstützt und lernen auch in konfliktgeladenen Situationen den Familienalltag gelassen, souverän und vor allem gewaltfrei zu meistern. Der Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“ findet regelmäßig statt, weitere Informationen stehen unter www.dksb-bremen.de/angebote/elternkurse zur Verfügung.

Der Deutsche Kinderschutzbund ruft seit 2004 zum Tag der gewaltfreien Erziehung auf. Er soll Eltern darin unterstützen, ihre Erziehungskompetenz zu stärken und den Kinderrechten in der Familie Geltung zu verschaffen. Der Tag der gewaltfreien Erziehung erinnert aber auch daran, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen aller Kinder trägt.